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FAQ zur Spielhallenzertifizierung

Bei einer Zertifizierung Ihrer Spielhalle handelt es sich um eine zusätzliche Überprüfung Ihres Standortes durch eine unabhängige Prüforganisation. Geprüft werden die relevanten gesetzlichen Vorgaben für den Betrieb einer Spielhalle. Einige Kriterien sind überobligatorisch. Nach erfolgreichem Abschluss der Zertifizierung erhalten Sie von Ihrer Prüforganisation ein Zertifikat. Die Zertifizierung ist standortgebunden und kann nicht auf weitere Standorte übertragen werden. Neben Ihren Standorten können Sie auch die Zentrale Ihres Unternehmens durch den TÜV-Rheinland zertifizieren lassen.

Zur Umsetzung des Glücksspielstaatsvertrages 2021 können sich Zertifizierungsstellen bei der nationalen Akkreditierungs­behörde des Bundes – die Deutsche Akkreditierungsstelle (DAkkS) – auf akkreditierungsfähige Programme bewerben.

Im Rahmen der Zertifizierung von Spielhallen hat der Verband Die Deutsche Automatenwirtschaft e.V. (DAW) den DAW-Standard unter dem Programmnamen „Geprüfte Qualität in Spielhallen – Jugendschutz, Spielerschutz, Betriebsmanagement“ bei der DAkkS zur Akkreditierung eingereicht.
Zertifizierungsstellen können sich unter anderem für den DAW-Standard akkreditieren lassen und auf Basis der Programminhalte im Bereich der Spielhallenzertifizierung tätig werden. 

Die Automatenwirtschaft hat seit Jahren nach außen für eine Regulierung geworben, die sich an messbaren Qualitätskriterien orientiert. Der GlüStV 2021, der diese Initiative zum Teil aufgenommen hat, trat am 01.07.2021 in Kraft und beinhaltet eine Öffnungsklausel [1]. Im Falle einer Nutzung durch den Gesetzgeber kommen qualitative Kriterien zur Anwendung, die u.a. den Spielerschutz stärken. Ein zentraler Bestandteil ist hierbei die Zertifizierung. Darüber hinaus bietet der GlüStV 2021 dem Gesetzgeber die Möglichkeit, in seinen entsprechenden Landesgesetzen ein Unterschreiten von Mindestabständen zu ermöglichen.

Nach aktuellem Stand ist die Zertifizierung von Spielhallen in Bayern, Rheinland-Pfalz, Thüringen, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein Bestandteil der Landesgesetzgebung. Hier kommt sie zum Tragen, wenn Mindestabstände unterschritten und Bestandsspielhallen im Verbund weiter betrieben werden wollen. In Niedersachsen ist die Zertifizierung sogar für alle Spielhallen verpflichtend. In Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg ist die Zertifizierung nur im Zusammenhang mit Verbundspielhallen relevant. Es ist außerdem zu erwarten, dass weitere Länder den qualitativen Ansatz für die Regulierung nach dem GlüStV 2021 aufgreifen.

Möglich ist, dass der Gesetzgeber Anpassungen oder Ergänzungen gegenüber dem bestehenden Standard für eine Zertifizierung vornehmen wird. Hierfür gibt es nach heutigem Stand verschiedene Übergangsfristen in den Ländern. 

[1] Bei der Öffnungsklausel (§ 29 Abs. 4) im GlüStV 2021 handelt es sich um die Möglichkeit für den Gesetzgeber, befristet Ausnahmen vom Verbot der Mehrfachkonzessionen (Verbundspielhallen) für max. drei Konzessionen zu machen. Spielhallen, die von dieser Regelung profitieren wollen, müssen qualitative Anforderungen erfüllen. Neben dem Sachkundenachweis und der besonderen Schulung ist die Zertifizierung eines dieser Kriterien.

Bitte berücksichtigen Sie außerdem, dass Gerichte und Behörden im Falle von Auswahlentscheidungen bei Abstandskonflikten vor der Wahl stehen, welchem Standort sie den Vorzug geben bzw. welcher Standort schließen muss. An dieser Stelle ist es denkbar, dass Standorte dahingehend beurteilt werden, ob sie den im Glücksspielstaatsvertrag formulierten Zielen gerecht werden. Hier kann der Nachweis einer Zertifizierung sehr hilfreich sein.

Von Bedeutung ist bei der Spielhallen-Zertifizierung auch der Aspekt der innerbetrieblichen Qualitätssicherung, der in erster Linie in der Vorbereitung auf eine Zertifizierung zum Tragen kommt. Nach Berichten vieler zertifizierter Unternehmen hat die Zertifizierung außerdem auch einen direkten Mehrwert für das Servicepersonal. Die Mitarbeiter/innen gewinnen durch die Begleitung und Vorbereitung eines Audits an fachlicher Kenntnis hinzu und sehen sich durch ein gestiegenes Verantwortungsbewusstsein bestärkt.

Bundesweit führen unabhängige Prüforganisationen die Zertifizierungen von Spielhallen durch. Die beiden Prüfgesellschaften TÜV Rheinland sowie ClarCert haben sich für den DAW-Standard akkreditiert. Das bedeutet, dass beide aufgeführten Prüforganisationen aktuell nach dem DAW-Standard auditieren dürfen, aber eben noch nicht zertifizieren.

Im Detail gestaltet sich das so: Der Audit darf vor Ort im Spielhallenbetrieb durchgeführt werden und ferner darf der Auditor der Zertifizierungsstelle eine Empfehlung aussprechen. Eine finale Zertifizierungsentscheidung darf die jeweilige Prüforganisation erst treffen, wenn die Akkreditierung für den DAW-Standard vollständig abgeschlossen ist. 

Die Laufzeit einer Zertifizierung durch den TÜV-Rheinland beträgt drei Jahre und kostet 1.160 € pro Audit, unabhängig von der Anzahl der Konzessionen. Es finden jährlich Re-Audits statt. Eine Zertifizierung Ihrer Unternehmenszentrale durch den TÜV-Rheinland kostet 600 € pro Audit.

 

 

Der TÜV-Rheinland prüft bei einer Zertifizierung die folgenden fünf Bereiche:

1. Organisation

2. Rechtliche Rahmenbedingungen

3. Betrieb

4. Personal

5. Sozialkonzept.

Hierfür werden max. 76 Einzelkriterien geprüft, wovon 25 Kriterien unbedingt erfüllt werden müssen (KO-Kriterien). Bitte beachten Sie, dass in jedem der fünf Bereiche mindestens 85 % der Anforderungen erfüllt werden müssen, um ein Audit erfolgreich zu absolvieren. Außerdem ist zu berücksichtigen, dass je nach Bundesland, die Anzahl der Kriterien aufgrund der jeweiligen Gesetzgebung abweichen kann.   

Bitte beachten Sie, dass es hierzu landesspezifische Regelungen geben wird.

Für den Übergang auf den DAkkS-akkreditierten Standard befinden wir uns aktuell in einer Umstellungsphase. Alle bereits zertifizierten Betreiber/innen können ihre Zertifikate innerhalb einer bestimmten Frist (spätestens bis zur nächsten Re-Zertifizierung) auf den DAW-Standard umstellen. Da es sich um einen nahtlosen Übergang der Zertifikate handelt, behält das Unternehmen die Zertifizierung und verliert somit nicht die Voraussetzung für eine glücksspielrechtliche Erlaubnis.

WICHTIG: Mit dem DAW-Standard beginnt der Zertifikatszyklus allerdings neu. Spielhallenunternehmen müssen anstelle des nächsten regulären Audits des bisherigen Zertifizierungsstandards den Erstaudit zum DAW-Standard absolvieren. 

Ein Audit dauert in der Regel drei bis vier Stunden.

In der Regel führt der Auditor das Audit mit der Servicekraft durch. Falls es dem Betreiber notwendig erscheint, kann er auch selbst bzw. seine Führungskraft vor Ort sein.

Einen Termin für ein Audit vereinbaren Sie individuell mit der Prüforganisation Ihrer Wahl. Die Audits finden im laufenden Betrieb statt. Auf Gäste wird dabei stets Rücksicht genommen. Mystery-Audits müssen naturgemäß im laufenden Betrieb stattfinden.

 

Auf seiner Website bietet der TÜV-Rheinland Interessierten die Möglichkeit, im ersten Schritt einen Selbsttest durchzuführen.

Das FORUM der Automatenunternehmer e. V. bietet seinen Mitgliedern exklusiv die Gelegenheit zu einer Hospitation. Dabei können Sie bei anderen Mitgliedern live an einem Audit teilnehmen und sich einen Überblick verschaffen. Hierfür wenden Sie sich bitte an die FORUM-Geschäftsstelle.

Ja. Der TüV-Rheinland bietet allen Interessierten die Möglichkeit, einen Online-Selbsttest zu durchlaufen. Dieser steht auf der Website des TüV-Rheinland zur Verfügung und hilft dabei, sich hinsichtlich der Anforderungen einer Zertifizierung besser einschätzen zu können.

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