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Qualität mit Außenwirkung

Der fünfte Digitale Workshop der DAW-Zertifizierungs-Roadshow stand einmal mehr unter dem Eindruck des nahenden Inkrafttretens des GlüStV 2021 und dessen Umsetzung in den Ländern. Expertinnen und Experten informierten praxisnah über die Anforderungen und Vorteile der Spielhallen-Zertifizierung als eines der aufgeführten Qualitätskriterien.

FORUM-Geschäftsführerin Anja Bischof moderiert die Digitalen Workshops der DAW-Zertifizierungs-Roadshow.

Eingangs begrüßte Katrin Wegener, Beauftragte für Länderkommunikation beim Dachverband Die Deutsche Automatenwirtschaft e.V. (DAW), die Teilnehmenden. Aufgrund der aktuellen Öffnungsperspektiven in einigen Bundesländern verlagere sich die Vorbereitung in den Spielhallen verständlicherweise auf die Wiederaufnahme des Betriebes. Mit Blick auf den nahenden GlüStV betreffe jedoch auch die Thematik der Spielhallenzertifizierung gerade jetzt die Branche und deren Unternehmen. Noch sei nicht überall klar, in welcher Form die nach § 29 Abs. 4 GlüStV 2021 möglichen Instrumente qualitativer Regulierung von den Landesgesetzgebern genutzt werden. Sofern angewendet, könne die Zertifizierung als eines dieser Instrumente jedoch im Rahmen künftiger Regulierung über den Fortbestand von Standorten entscheiden. Nicht zu verachten sei auch die Außenwirkung der Zertifizierung. Bereits jetzt werde das Engagement der Branche hinsichtlich qualitativer Standards sowohl von den Behörden als auch den Gästen positiv wahrgenommen.

Aus der Politik richtete Herr Jörg Markert, Mitglied der CDU-Fraktion des Sächsischen Landtags, ein Grußwort an die Teilnehmenden. Der Landtagsabgeordnete verwies darauf, dass ihm und seiner Fraktion ein anhaltender Dialog mit der Branche wichtig sei. Nur so könne man die Standpunkte und Argumente aufnehmen und bei den Überlegungen im späteren Gesetzgebungsverfahren berücksichtigen. Sachsen werde sich im Herbst mit dem Ausführungsgesetz zum GlüStV 2021 befassen.

Anja Bischof, die in ihrer Funktion als FORUM-Geschäftsführerin erneut die Moderation übernahm, führte im weiteren Verlauf in das Thema Zertifizierung ein. Nach dessen abgeschlossener Ratifizierung sei auch die Umsetzung des GlüStV 2021 in vielen Ländern bereits fortgeschritten, wenn auch noch nicht final abgeschlossen. Der Wille der Branche, messbare Qualitätskriterien bieten zu können und zu wollen, werde auf Seiten der Politik jedoch bereits jetzt wahrgenommen. Auch würden aus manchen Ländern durchaus Signale vernommen, dass die Elemente einer Regulierung anhand qualitativer Kriterien aufgegriffen würden. Außerdem müsse unabhängig von den kommenden Landesgesetzen beachtet werden, dass Behörden vor Ort dieses Kriterium auch an anderer Stelle berücksichtigen könnten und die Zertifizierung somit nicht zuletzt aufgrund ihrer Außenwirkung eine nachhaltige Investition in die betriebliche Zukunft darstellt. Hierfür sprächen auch die Pläne hinsichtlich der Einführung eines offiziellen Akkreditierungsstandards der Deutschen Akkreditierungsstelle (DAkkS). Dieser werde das Niveau der Spielhallenzertifizierung sowie deren Anerkennung noch weiter steigern.

Insbesondere für Unternehmerinnen und Unternehmer, die bislang noch keine Berührungspunkte mit der Zertifizierung von Spielhallen hatten, empfahl Bischof den kostenlosen Online-Selbsttest des TüV-Rheinlandes. Der Test, welcher >> hier << aufgerufen werden kann, dient einer ersten Positionsbestimmung zum Stand der betrieblichen Abläufe.
 
Im Detail erläuterte Martin Restle, Geschäftsführer ADMIRAL ENTERTAINMENT und stellvertretender FORUM-Vorsitzender, mit den beiden Vertreterinnen der Prüforganisationen, Frau Alexandra Nöthen (TÜV-Rheinland) und Frau Bettina Dzieran (InterCert MTIC), die Kriterienkataloge ihrer Unternehmen sowie die Kostenstruktur. Grundsätzlich seien bei der Vorbereitung auf eine Prüfung verschiedene Punkte zu beachten. Wie die Vertreterinnen beider Prüforganisationen erläuterten, betreffen diese neben Schulungen zu Erster-Hilfe und dem Sozialkonzept unter anderem auch die rechtlichen Rahmenbedingungen und Betriebsabläufe, darunter beispielsweise auch Vorschriften zur Überfallprävention.

Auf die Frage, was für viele Unternehmerinnen und Unternehmer bei einem Audit eine Hürde darstelle, verwies Nöthen vor allem auf die vom Gesetzgeber vorgegebenen Dokumentationspflichten. Dieser Punkt sei insbesondere bei Erstzertifizierungen, aber auch mit Blick auf die häufig zitierte „Betriebsblindheit“ nicht zu unterschätzen. Frau Dzieran gab an dieser Stelle den Hinweis, dass das Sozialkonzept häufig noch mehr mit Leben gefüllt werden müsse. Es sollte stets ersichtlich sein, dass dieses für die Betreiberin oder den Betreiber einen gewissen Wert besitze. Zu betonen sei, dass es sich hierbei nicht nur um einen verpflichtenden Nachweis, sondern um ein Werkzeug handle, welches gezielt der Prävention und dem Spielerschutz diene. Grundsätzlich unterstrichen beide Vertreterinnen, dass die Servicekräfte bei dem gesamten Prozess der Zertifizierung eine herausragende Rolle spielen, gerade da sie es sind, die in der Praxis mit den Gästen arbeiten.

Hieran anschließend warf der Automatenunternehmer Jürgen Kling, Geschäftsführer Kling Automaten GmbH und Mitglied im FORUM, einen unternehmerischen Blick auf das Thema Zertifizierung. Kling, der in der aktuellen Zertifizierungs-Roadshow freundlicherweise als Botschafter zur Verfügung stand, habe im Unternehmen erstmals 2016 eine Spielstätte zertifizieren lassen. Damals wie heute stand der Qualitätsgedanke im Vordergrund. Eine Zertifizierung helfe dabei, bereits eingeführte und eingeübte Prozesse von unabhängiger Stelle kritisch prüfen zu lassen. Die Rückmeldung helfe dabei, einen Nachweis über die interne Erfüllung der gesetzlichen Anforderungen, etwa zum Jugend- und Spielerschutz, zu erhalten.

Auch nach außen hin stelle der Status als zertifizierte Spielhalle einen Mehrwert dar. Aus den Reaktionen der Behörden und Gäste sei immer wieder abzuleiten gewesen, wie positiv überrascht diese über das erworbene Zertifikat waren. Die Zertifizierung helfe somit auch dabei, die Wahrnehmung von Spielhallenbetrieben nachhaltig zu verbessern und mit gängigen Vorurteilen aufzuräumen.

Nicht zuletzt stärke die Vorbereitung auf und das erfolgreiche Bestehen der Prüfung auch den Mitarbeitergeist. Die im Zuge einer Zertifizierung geforderten Prüfkriterien stellen speziell bei einer Erstzertifizierung eine Herausforderung dar. Der zu leistende Aufwand lohne jedoch, da die Vorbereitung alle Bereiche und Beteiligten des Unternehmens miteinbeziehe und hierdurch alle Beschäftigten am späteren Erfolg teilhaben können. Als gutes Hilfsmittel bei der Vorbereitung hätte sich die Erstarbeit mit Checklisten erwiesen.

Abschließend wurde den Teilnehmenden noch die Möglichkeit gegeben, Fragen an die Expertinnen und Experten zu richten. Neben dem grundsätzlichen Angebot der beiden Prüforganisationen standen hier auch die kommende Gesetzgebung in den Ländern, die anhaltende Corona-Situation sowie deren Auswirkung auf die Terminvergabe von Zertifizierungs-Audits im Vordergrund. Beide Vertreterinnen der Prüforganisationen betonten, dass trotz der steigenden Nachfrage Kapazitäten vorhanden seien. Dennoch sollten Interessierte zeitnah einen Auftrag erteilen, selbst wenn diese deren Spielstätte erst nach dem 01.07.2021 zertifizieren wollen. Auch gegenwärtig führen beide Prüforganisationen trotz der vielerorts noch anhaltenden Betriebsschließungen Zertifizierungs-Audits durch.

Sie konnten am digitalen Workshop der DAW-Zertifizierungs-Roadshow nicht teilnehmen? Kein Problem, der nächste Termin steht bereits fest: >> Hier << können Sie sich schon heute für die DAW-Zertifizierungs-Roadshow am 21. Juni, 14:00 bis 15:00 Uhr anmelden.

Die Präsentation zum heutigen Workshop mit einigen Hintergrundinformationen ist >> hier <<abrufbar.

Das FORUM bedankt sich bei allen Beteiligten für die erneut hervorragende Zusammenarbeit.


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