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Anschluss an das bundesweite Spieler-Sperrsystem - Informationsveranstaltung des FORUM gibt praxisnahe Einblicke

In einer neuen Ausgabe des bewährten digitalen Formates „Mitglieder helfen Mitgliedern“ informierte das FORUM am 02. März mit Hilfe der Hersteller über die technischen Voraussetzungen, verfügbaren Produktlösungen und rechtlichen Fragestellungen im Zusammenhang mit dem bundesweiten Spieler-Sperrsystem, welches zum 01.07.2021 für alle Spielhallenbetriebe und Gastronomie-Aufstellungen verpflichtend eingeführt werden soll. Automatenunternehmer/innen müssten sich demnach auf zusätzliche Kosten und tiefergreifende Umstellungen im Betriebsablauf einstellen. Dennoch waren sich alle Experten und Unternehmer einig, dass mit einer rechtzeitigen Vorbereitung, den passenden Produktlösungen und den bestehenden Erfahrungen mit Spieler-Sperrsystemen aus Hessen und Rheinland-Pfalz der Anschluss an das bundesweite System keine unüberwindbare Hürde darstellt.

Aufgrund der branchenweiten Relevanz des anbieter- und spielformübergreifenden Sperrsystems hatten sich der Vorstand und die Geschäftsführung des FORUM im Vorfeld der Veranstaltung dazu entschlossen, diese für alle Interessierten zu öffnen. FORUM-Geschäftsführerin Anja Bischof moderierte die digitale Veranstaltung und begrüßte die gut 85 Teilnehmer/innen. Mit Vertretern von adp Gauselmann, msp Münzspielpartner, BALLY WULFF, LÖWEN Entertainment und ADMIRAL Play konnten zudem praxiserfahrene Experten aus den Bereichen Spielhalle und Gastronomie gewonnen werden, welche die Teilnehmer/innen im Hauptteil der Veranstaltung über die technischen Voraussetzungen der Sperrabfrage sowie geeignete Produktlösungen informierten.

 

Regelungen nach GlüStV 2021

Um den anwesenden Unternehmer/innen und Interessierten einen kurzen Überblick zur glücksspielrechtlichen Regelung des Spieler-Sperrsystems zu gewähren, fasste FORUM-Rechtsexperte RA Frank Repschläger die vorgesehenen Regelungen zusammen. Gemäß den Vorgaben des GlüStV 2021 müssen bis zum 01.07.2021 unter anderem auch alle Veranstalter des gewerblichen Geldspiels deren Geräte an das bundesweite Spieler-Sperrsystem anschließen. Die Übergangsregelungen sehen hierbei vor, dass dieses zunächst auf Basis von OASIS in der Zuständigkeit des Landes Hessens verbleibt. Das Regierungspräsidium (RP) Darmstadt sei daher zentraler Ansprechpartner und verantwortlich für die Betreuung der Spieler-Sperrdatei. Die laut GlüStV 2021 eigentlich zuständige Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder soll nach aktuellem Stand erst nach deren Fertigstellung zu Beginn des Jahres 2023 die Führung der Sperrdatei übernehmen. Noch sei offen, ob die Frist zum Anschluss an das bundesweite Spieler-Sperrsystem im Zuge der Umsetzung des GlüStV 2021 in den Ländern verlängert werde. Um alle gesetzlichen Vorgaben zu erfüllen, sollten sich Spielhallenbetreiber und Gastronomieaufsteller bis zum 01.07.2021 an das System anschließen.

Repschläger verwies in seiner Einführung auch auf die kommenden Pflichten der Betreiber, welche eine Anpassung der betrieblichen Abläufe erfordern. Künftig müssen Glücksspielanbieter bei jedem Betreten der Spielhalle bzw. vor jeder Bespielung des Geldspielgerätes die Identität des Gastes prüfen und dessen Daten mit der Spieler-Sperrdatei abgleichen. Der Rechtsexperte betonte unter anderem auch, dass die für die Führung der Sperrdatei zuständige Behörde Auskunft zur Nutzungsüberwachung erteilen darf, um den Vollzug von lokalen Ordnungsbehörden zu unterstützen. Eine rechtzeitige und verlässliche Anbindung an das Sperrsystem sei daher umso wichtiger.

 

Was ist zu tun?

Um dies zu gewährleisten, sollten Spielhallenbetreiber und Gastronomie-Aufsteller in drei Schritten vorgehen: Zunächst muss jeder Anbieter überprüfen, ob im Betrieb eine stabile Internetverbindung besteht. Zwar würden für die Zwecke der Sperrabfrage die gängigen Bandbreiten ausreichen, ein Ausfall der Stromversorgung sei jedoch unbedingt zu vermeiden. Andernfalls müssten in der Folge auch alle Geldspielgeräte vorübergehend außer Betrieb genommen werden. Wichtig mit Blick auf das geplante Inkrafttreten des GlüStV 2021 sei zudem, den Anschluss an das Sperrsystem rechtzeitig beim RP Darmstadt zu beantragen. Zu berücksichtigen sei hier, dass nach aktueller Auskunft der Behörde die Bearbeitungszeit bis zu sechs Wochen betragen könne.Nicht zuletzt müsse sich jeder Betreiber entsprechend der Bedürfnisse auch über passende Produktlösungen und deren technischen Voraussetzungen informieren.

 

Hersteller informieren über Produktlösungen

Wie sich im anschließenden Hauptteil der Veranstaltung zeigte, stehen von Seiten der Hersteller verschiedene Produktlösungen zur Verfügung. Die Experten Marco Bollmeier (adp Gauselmann), Jörg Neuberger (BALLY WULFF Games & Entertainment GmbH) sowie Arthur Stelter (LÖWEN Entertainment GmbH) gingen konkreter auf die aktuell am Markt erhältlichen Produkte ein. Abhängig davon, ob eine bloße manuelle Sperrabfrage im Rahmen von OASIS WEB oder aber eine umfangreiche Vernetzung mit OASIS WS stattfinden soll, bieten die Hersteller sowohl für die Gastronomie als auch Spielhallen individuell konfigurierbare und mehrstufige Lösungen an - vom einfachen Eingabegerät und Kartenleser über Freischaltterminals bis hin zu integrierten Lösungen mit der Möglichkeit zur vollautomatisierten Umsetzung des Datenabgleichs und der damit verbundenen Zugangskontrolle. Weitere Informationen zu allen Produktangeboten erhalten Betreiber direkt bei den Herstellern.

 

Experten und Unternehmer berichten "aus der Praxis"

Trotz der im Entwurf des GlüStV 2021 festgeschriebenen Regelungen zum Spieler-Sperrsystem, den umfangreichen Produktlösungen der Hersteller sowie den langjährigen Erfahrungen mit Spieler-Sperrsystemen in Hessen und Rheinland-Pfalz stellen sich in Bezug auf das bundesweite Spieler-Sperrsystem noch offene praktische und rechtliche Fragen. Als Verantwortliche des Bereiches Gastronomie gingen Björn Kaiser (ADMIRAL Play GmbH) und Frank Lenger (msp Münzspielpartner GmbH & Co. KG) daher nochmals auf die besonderen Anforderungen von Gastronomiebetrieben für den Anschluss an das Sperrsystem ein. Kaiser betonte zum einen die tragende Rolle speziell der Mitarbeiter/innen. Wichtig sei es, diese auf die bislang ungewohnte Verantwortung der Sperrabfrage vorzubereiten und auch den Gästen die Neuerung nahezubringen. Andreas Engler, Vorsitzender des FORUM und selbst in der Gastronomie-Aufstellung aktiv, bekräftigte in diesem Zusammenhang die zentrale Rolle des Spielgastes. Diesem müsse angesichts der bevorstehenden Änderungen die notwendige Sicherheit vermittelt und mögliche Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes ausgeräumt werden. Von weiterer zentraler Bedeutung, so Kaiser, sei zudem die Sicherstellung einer robusten Internetverbindung, welche im besten Fall separat von etwaigen Störquellen angebracht werden sollte. Dies unterstrich auch Lenger und warnte vor der Verwendung einer „eindimensionalen Lösung“. Wichtig sei es, dass der Betrieb bei einer Unterbrechung oder Störung aufrechterhalten werden könne. Hierfür sei es hilfreich, stets über eine Backup-Lösung zu verfügen.

Neben dem Gastronomiebereich stellt die Anbindung an das bundesweite Spieler-Sperrsystem auch Spielhallenbetreiber vor Herausforderungen und teils unklare Perspektiven. FORUM-Vorstandsmitglied Nick Baldus, der im Familienbetrieb (SPIEL-IN Casino) bereits an 21 Standorten an OASIS angebunden ist, zeigte sich rückblickend jedoch zuversichtlich. Zwar sei die technische Umsetzung mit Hürden, Kosten und womöglich vorübergehenden Umsatzeinbußen verbunden. Die Erfahrung habe jedoch gezeigt, dass sich diese mittelfristig wieder einpendeln. Mit Blick auf die verschiedenen Optionen des Anschlusses und der verfügbaren Produktlösungen riet Baldus dazu, bei der Konfiguration in erster Linie an die Mitarbeiter/innen und Gäste zu denken. Je mehr Komfort im Sinne der Automatisierung die Sperrabfrage biete, desto „runder“ sei letztlich der Betriebsablauf.

 

Einige Verwaltungs- und Rechtsfragen noch offen

Noch, so waren sich alle Experten einig, bestünden einige zu klärende Fragen hinsichtlich der Einführung des bundesweiten Spieler-Sperrsystems. Dies beträfe einerseits die Antragstellung und Haftungsfragen im Gastronomiebereich, andererseits auch rechtliche Fragen in Bezug auf die Abwicklung der Spielersperre. Ab Mai möchte das zuständige RP Darmstadt weitere Informationen bereitstellen. In den nächsten Monaten, so Anja Bischof abschließend, werden die Hersteller und auch das FORUM die offenen Fragen „über verschiedenste Kanäle klären“.

Das FORUM der Automatenunternehmer bedankt sich bei allen Mitgliedern und Gästen herzlich für die Teilnahme und den Vertretern der Hersteller für ihre Unterstützung der Veranstaltung. Weitere Informationen zum Verband und einer Mitgliedschaft erhalten Interessierte über die Homepage, direkt per Mail oder auch telefonisch (+49 30 2887738-0).


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