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MdB Zimmermann zu Besuch in Zwickauer Spielhalle

Im Rahmen des Programms „Praxis für Politik“ des Bundesverbands der Dienstleistungswirtschaft (BDWi) und des FORUM für Automatenunternehmer in Europa e.V. besuchte die Bundesabgeordnete Sabine Zimmermann (DIE LINKE) die Casino Merkur-Spielothek in ihrem Zwickauer Wahlkreis und traf sich dabei mit Vertretern des Unternehmens sowie der Präventions- und Suchthilfearbeit.

Sabine Zimmermann, MdB (3. v. rechts) zu Besuch in einer Zwickauer Spielhalle

Wir werden hier bald alles dicht machen müssen. Was dann mit mir und meinen Kolleginnen und Kollegen passiert, weiß niemand so richtig! Katja Friedrich, Filialleiterin der Casino Merkur-Spielothek ist ohne Illusionen und schildert ihre Situation ganz unverblümt. Aufgrund einer gesetzlich veranlassten drastischen Reduzierung von Spielgeräten, trägt sich der Standort nicht mehr. Die harte Realität, die viele in der Branche trifft, zeigt ganz offensichtlich Wirkung bei Sabine Zimmermann, die als Bundestagsabgeordnete der Fraktion DIE LINKE die Abläufe in einer Spielhalle, die vielen Herausforderungen bei den Themen Spieler- und Verbraucherschutz sowie auch Sicherheit von Arbeitsplätzen kennenlernen wollte.

Tatsächlich werden die Automatenunternehmer seit einiger Zeit durch viele neue gesetzliche Regulierungen und nicht zuletzt durch den am 01. Juli 2017 in Kraft getretenen Glücksspielstaatsvertrag überdurchschnittlich stark in den unternehmerischen Freiheiten beschnitten und müssen teilweise schließen. So ist, nach Schätzungen der Branche und der Politik, eine Reduzierung des Marktes in Deutschland zwischen 40 Prozent und 50 Prozent nicht ausgeschlossen. Betroffen sind davon viele Mitarbeiter deutschlandweit, darunter Filialleiterin Katja Friedrich und ihre acht Kolleginnen und Kollegen.

Argumentiert wird oft, dass die Schließungen und die Ausdünnung dem Spielerschutz dienen und speziell in Bezug auf die Suchtprävention zunächst sinnvoll sind. Doch auch hier steckt der Teufel, wie so oft, im Detail. Wie der Suchtberater der Caritas Berlin, Frank Schubert, erklärte, kann ein Verbot von Spielhallen unter Umständen die Lage für suchtgefährdete oder bereits süchtige Menschen verschlimmern. „Die Schließung von Spielstätten wird die Ursachen für Suchterkrankungen nicht beseitigen. Hinzu kommt dann die Gefahr, dass sich Spieler illegalen Angeboten oder/und dem unkontrollierten Internet derart zuwenden, dass die Erreichbarkeit für Prävention und Suchthilfemaßnahmen deutlich erschwert bzw. unmöglich wird“, so Schubert. Von Kontrolle und Schutz der Spieler sei dann natürlich keine Rede mehr. Eine Ausweitung des Schwarzmarkts bestätigen auch Erhebungen von staatlicher Seite, beispielsweise in dem Endbericht des Landes Hessen zur Evaluierung des Glücksspielstaatsvertrages.

Wieder einmal zeigt sich, wie wichtig es ist, Politiker mit der Realität in der Branche, jenseits aller Vorurteile, zu konfrontieren, ihnen Einblicke zu ermöglichen und offen zu kommunizieren. Sabine Zimmermann jedenfalls tauschte zum Abschluss ihres Besuchs Visitenkarten und Kontaktdaten aus, um im Gespräch zu bleiben und um ihr gewonnenes Bild und die Probleme auch in ihre Fraktion zu tragen. Durch die offene Kommunikation aller Beteiligten profitieren alle Seiten von diesen wichtigen Terminen und bekommen elementare Einblicke in das Arbeitsfeld der Automatenbranche sowie die Sorgen und Nöte der Beschäftigten.